16-BIT. 100 % HERZ // KICKSTART 3.1 // WORKBENCH LOADED
Das originale Amiga-Floppylaufwerk ist 30 Jahre alt, klemmt, verliert den Kopf-Align und frisst deine Lieblings-Disketten. Für ~25 Euro gibt es den Gotek-Emulator — USB-Stick statt Floppy, mit der Open-Source-Firmware FlashFloppy liest er ADF-Dateien direkt. Komplettanleitung.
Der Gotek SFR1M44-U100K ist ein chinesischer Floppy-Emulator, ursprünglich für Industriemaschinen (Stickautomaten, CNC). Die originale Cortex-Firmware kann mit Amiga-Disketten nichts anfangen — darum flasht man FlashFloppy von Keir Fraser (GPL v3) drüber. Damit:
| Teil | Preis | Pflicht? |
|---|---|---|
| Gotek SFR1M44-U100K (weiss) | 20-30 € | ja |
| OLED-Display 0,91" I2C (SSD1306) | 4-6 € | empfohlen |
| Rotary-Encoder KY-040 | 2-3 € | empfohlen |
| USB-Stick 8-32 GB (FAT32) | 5-10 € | ja |
| USB-TTL-Adapter CP2102 / FT232 | 5-8 € | nur Erstflash |
Der schwierigste Schritt. Zwei Wege, je nach Chip-Stand:
Wenn dein Gotek bereits einen HxC-Bootloader hat (oder FlashFloppy-Update-Mode):
FF_Gotek-v3.44.upd ins Root kopieren (aus dem FlashFloppy-ZIP).UPD → Update läuft (3-5 Sek) → END. Fertig.FF_Gotek-v3.44.hex, AT32F415 → FF_AT32F415-v3.44.hex.F-F → läuft.JA), für externes DF1: auf S1.Das interne Kabel ist ein 34-poliges Mini-Flachkabel. Zwei Optionen:
Bei ausgebauten A1200 (Turbokarte, RAM) kann das Netzteil knapp werden — bei READ-Fehlern: NT tauschen.
FF.CFG ins Root. Amiga-spezifisch wichtig:
interface = shugart display-type = auto rotary = full autoselect-folder-secs = 2
/Games/Turrican2.adf /Games/Lemmings.adf /Workbench/WB31.adf /Demos/...
DSKA0000.ADF oder AUTOBOOT.ADF im Root → automatisches Einlegen beim Einschalten.Ohne Display (zwei Taster):
Mit Rotary-Encoder + OLED:
capsimg.dll aus softpres.org ins USB-Root.step-delay = 6000 setzen.| Feature | Gotek+FlashFloppy | HxC SD |
|---|---|---|
| Preis | 25-40 € | 80-120 € |
| Einrichtung | Flash nötig | Plug & Play |
| Display | OLED nachrüsten | LCD inklusive |
| Formate | ADF + 20 andere | HFE-primär |
Gotek = der günstige Weg, HxC = der sorgenfreie. Für ~75 % der Amiga-Nutzer ist der Gotek die richtige Wahl.
Die Amiga-Workbench hat viele Tricks die nie in den Handbüchern standen. Manche davon sparen dir jeden Tag Zeit — andere sind einfach cool. Hier sind 15 die du kennen solltest.
Im aktiven Fenster alle Objekte auswählen — die Amiga-Version von Strg+A.
Durch alle offenen Public Screens cyclen. Unverzichtbar wenn ein Spiel die Workbench versteckt.
Sofort zum Workbench-Screen, egal wo du gerade bist. Praktisch bei Multi-Screen-Setups.
Mehrere Programme markieren, dann Shift+Doppelklick — alle starten gleichzeitig.
Schneller als endshell oder endcli.
Jedes Icon hat versteckte Tooltypes — Klartext-Konfigurationsvariablen wie WINDOW=CON:0/0/640/200 oder DONOTWAIT. Hier stellst du Fensterpositionen, Farben, Programmparameter ein ohne das Programm zu ändern.
Programm stürzt mit "Stack overflow" ab? Im Icon STACK=65536 setzen. Default ist nur 4096 Byte — oft zu wenig.
Viele Amiga-Programme hängen fest an logischen Pfaden wie C:, S:, LIBS:. Mit ASSIGN bindest du beliebige Ordner daran.
Beispiel: ASSIGN GAMES: Work:Amiga/Spiele — ab jetzt gibt es GAMES: als Laufwerk.
Mit ADD hängst du weitere Pfade an — praktisch wenn z. B. Fonts aus mehreren Quellen kommen.
Beispiel: ASSIGN FONTS: Work:MagicWB/Fonts ADD
Alles was du nach dem Boot automatisch gestartet haben willst einfach ins SYS:WBStartup/ ziehen. Simpler als startup-sequence.
Das Commodities Exchange-Fenster (meist per Ctrl+Shift+Help) zeigt alle laufenden Hintergrund-Tools. Hier kannst du sie einzeln toggeln.
Kopiere häufig benutzte Tools nach RAM: — blitzschneller Start, null Disk-Latenz. Die Größe wächst dynamisch.
Viele Programme nutzen T: automatisch. Du kannst dort bedenkenlos alles hinschreiben — wird beim Reboot geleert.
Halte beide Maustasten und beide Amiga-Tasten gedrückt, klicke auf "About" im Workbench-Menü. In manchen Workbench-Versionen zeigt sich ein Boing-Ball oder die Entwickler-Namen.
Ziehe eine Datei von einem Laufwerks-Fenster auf ein Programm-Icon — die Datei wird als Parameter übergeben. Klassiker: Text auf Edit-Icon ziehen.
Glückwunsch! Ein A500 aus Opas Keller ist ein Zeitreise-Ticket — aber vor dem ersten Einschalten kommen ein paar Schritte. Hier ist die Reihenfolge die wir jedem Einsteiger empfehlen.
Viele A500 haben eine leckende Uhren-Batterie oder explodierte Elkos. Direkt einschalten kann das Mainboard zerstören. Immer erst:
| Version | Merkmal | RAM |
|---|---|---|
| A500 (Rev 3/5/6) | OCS, Kickstart 1.2 oder 1.3 | 512 KB Chip |
| A500+ | ECS, Kickstart 2.04, Super Agnus | 1 MB Chip |
| Prüfen per Boot-Screen oder ROM-Label |
Die originalen A500-Netzteile sind oft nach 30 Jahren hinueber und können Überspannung liefern, die deinen gerade reanimierten Amiga killt.
+5V +/- 0.25V, +12V +/- 0.6V, -12V +/- 0.6V.Alles gereinigt, NT ok, keine Batterie-Schaeden? Dann los:
Alte Disketten (30+ Jahre) haben oft Bit-Rot, die Folie ist verschimmelt oder magnetisch abgeschwächt. Vorher immer:
Du hast ein .dms-File gedownloadet und weißt nicht, was zu tun ist? Ein .ipf spielt nicht? Hier ist die komplette Übersicht aller wichtigen Amiga-Dateiformate — mit Steckbrief und Tools zum Öffnen.
Das Standard-Format. 880 KB = 1:1-Abbild einer DD-Diskette. Unkomprimiert, unverschlüsselt. Jeder Emulator liest das.
Öffnen mit: WinUAE, FS-UAE, Amiberry, vAmiga — direkt als Disk einhängen.
Komprimiertes ADF (ca. 400-700 KB). War ein Standard bei BBS-Uploads um 1990-1995. Muss vor dem Mounten in ADF konvertiert werden.
Öffnen mit: xDMS (Aminet), amitools (Python, Cross-Platform), oder direkt in WinUAE älterer Versionen.
Zykluskorrekte Disketten-Abbilder mit originalem Kopierschutz. Für Original-Spiele die nur vom echten Floppy-Media laufen. Pflege durch die Software Preservation Society.
Öffnen mit: WinUAE + capsimg.dll aus SPS-Download. Nur dann funktioniert IPF.
Einfach nur eine .adf.gz-Datei mit anderer Endung. Zum Entpacken: 7-Zip oder gunzip.
Container einer virtuellen Amiga-Festplatte. Größen typisch 32 MB, 100 MB, 1 GB. Im Emulator als "Hardfile" mounten.
Öffnen mit: WinUAE-Mount, oder für FS-Zugriff via amitools xdftool.
Kein Dateiformat, sondern ein System zum Installieren von Disketten-Spielen auf Festplatte. Ein WHDLoad-Slave enthält die nötigen Patches, lädt das Spiel vom HD/Emulator-Verzeichnis. Fast jedes kommerzielle Amiga-Spiel hat einen Slave.
Slaves finden: whdload.de oder das iGame/XBench-GUI.
99 % aller Aminet-Downloads. Auf dem Amiga: lha x file.lha. Auf PC: 7-Zip.
Bessere Kompression als LHA. Auf Amiga: lzx -x file.lzx.
Amigas natives Bildformat. Unterstützt HAM/HAM8, EHB, alle Amiga-Farbtiefen.
Öffnen auf PC: XnView, GIMP mit Plugin, IrfanView.
Anim-5/Anim-7: Delta-komprimierte Bewegtbild-Sequenzen. Klassiker: Eric-Schwartz-Anims.
Der Amiga hat das Format erfunden. ProTracker auf dem Amiga selbst, auf dem PC OpenMPT oder VLC.
8-Bit-Mono-Audio, 8000-22000 Hz. Standard bei Paula-Samples.
xdftool für HDF/ADF-FS-Zugriff, vamos für Programme. Cross-Platform..adf geht immer, .lha entpacken mit 7-Zip, für alles andere amitools. Wenn's ganz klemmt: ADF in Emulator mounten und dort die echte Amiga-Software das Format öffnen lassen.Du hast WinUAE heruntergeladen und starrst auf das Konfigurations-Panel mit 50+ Optionen? Kein Panik. Diese Anleitung führt dich in 10 Minuten vom leeren Emulator zum laufenden Amiga-Workbench — mit allem was du brauchst.
Ohne Kickstart läuft kein Amiga. Drei legale Wege:
Die ROM-Datei (z. B. kick13.rom, kick31.rom) kommt in einen Ordner
deiner Wahl — z. B. C:\Amiga\ROMs\.
Im WinUAE-Konfig-Panel links auf Quickstart klicken — das schnellste Setup für Einsteiger:
Keine Disk eingelegt? Dann siehst du den Insert Workbench Disk-Screen. Völlig normal — genau wie am echten A500 ohne Festplatte.
Spiele ab CD32 und alles mit WHDLoad brauchen eine Festplatte. Im Panel unter Hard drives:
.hdf) als virtuelle Amiga-HD. 1 GB reicht lange.
Device-Name z. B. DH0, Mount-Punkt C:\Amiga\WB — fertig.
Hast du alles eingerichtet? Dann unten im Panel Save config klicken. So musst du beim nächsten Mal nur Configurations → Load und schon startet dein Setup.
| F12 | Konfigurations-Panel mitten im Betrieb |
| F11 | Vollbild-Umschalter |
| SHIFT+F12 | Screenshot in Screenshots-Ordner |
| END | Amiga-Taste (Rechte A) |
| BILD-AUF/AB | Diskette in DF0/DF1 wechseln |
| CTRL+A+A | Amiga Reset (Warm-Reset = drei Tasten) |
| SHIFT+BildAb | Virtuelles Swap-Disk-Fenster |
capsimg.dll installieren (aus SPS-Download).