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Gotek + FlashFloppy

Das originale Amiga-Floppylaufwerk ist 30 Jahre alt, klemmt, verliert den Kopf-Align und frisst deine Lieblings-Disketten. Für ~25 Euro gibt es den Gotek-Emulator — USB-Stick statt Floppy, mit der Open-Source-Firmware FlashFloppy liest er ADF-Dateien direkt. Komplettanleitung.

Was ist Gotek und warum FlashFloppy?

Der Gotek SFR1M44-U100K ist ein chinesischer Floppy-Emulator, ursprünglich für Industriemaschinen (Stickautomaten, CNC). Die originale Cortex-Firmware kann mit Amiga-Disketten nichts anfangen — darum flasht man FlashFloppy von Keir Fraser (GPL v3) drüber. Damit:

  • Liest ADF-Dateien direkt (das Standard-Amiga-Diskettenformat)
  • Unterstützt HFE, IMG, DSK, IPF (mit capsimg), SCP und 20+ andere Formate
  • Emuliert Amiga-MFM-Timing sauber
  • Aktuelle Version: v3.44 (April 2025), Release-Takt alle 3-6 Monate

Einkaufsliste

Teil Preis Pflicht?
Gotek SFR1M44-U100K (weiss)20-30 €ja
OLED-Display 0,91" I2C (SSD1306)4-6 €empfohlen
Rotary-Encoder KY-0402-3 €empfohlen
USB-Stick 8-32 GB (FAT32)5-10 €ja
USB-TTL-Adapter CP2102 / FT2325-8 €nur Erstflash
⚠ Chip-Check: Achte beim Kauf auf den Chip — STM32F105RBT6 (alt, beste Kompatibilität), AT32F415 (neuer) oder AT32F435 (2023+, OFW-gelockt, erschwerter Flash). Das Chip-Datum sollte in der Anzeige bei eBay/AliExpress stehen.

Flash-Prozedur

Der schwierigste Schritt. Zwei Wege, je nach Chip-Stand:

Methode A: HxC-Bootloader-Trick (ohne Löten)

Wenn dein Gotek bereits einen HxC-Bootloader hat (oder FlashFloppy-Update-Mode):

  1. USB-Stick FAT32 formatieren (Cluster 4K, kein exFAT/NTFS).
  2. FF_Gotek-v3.44.upd ins Root kopieren (aus dem FlashFloppy-ZIP).
  3. Gotek mit 5V versorgen (am Amiga angesteckt reicht), dabei beide Taster gedrückt halten.
  4. Display zeigt UPD → Update läuft (3-5 Sek) → END. Fertig.

Methode B: USB-TTL (Erstflash)

  1. STM32CubeProgrammer (STM32) oder Artery ICP (AT32) installieren.
  2. Passende Hex-Datei: STM32F105 → FF_Gotek-v3.44.hex, AT32F415 → FF_AT32F415-v3.44.hex.
  3. Verdrahtung:
    • TX (PC) → RX (Gotek, PA10, am JP4-Header)
    • RX (PC) → TX (Gotek, PA9)
    • GND → GND
    • 3,3V NICHT anschliessen — Strom kommt vom 5V-Floppy-Kabel
  4. Jumper BOOT0 auf High (3,3V) setzen — sonst bootet er aus dem Flash.
  5. Gotek einschalten → im CubeProgrammer UART wählen, 115200 Baud, Connect.
  6. Erase + Program → Hex wählen → Start Programming.
  7. Nach Erfolg: BOOT0 zurück auf GND, Strom aus/ein. Display zeigt F-F → läuft.
💡 Shortcut: Kein Lust auf Löten und USB-TTL? Kauf einen vorgeflashten Gotek (eBay/Kleinanzeigen, Suchbegriff "FlashFloppy flashed", +5 €). Ab dann Updates per USB-Stick in 5 Sekunden.

Einbau im Amiga

Amiga 500 (klassisch)

  1. Amiga öffnen (6 Schrauben, Torx T10), Tastatur-Flachkabel lösen.
  2. Altes Laufwerk ausbauen (4 Schrauben, Flach- und Stromkabel).
  3. Gotek-Jumper für DF0: auf S0 (oft JA), für externes DF1: auf S1.
  4. Gotek in den Schacht. Alu-Montagerahmen 3,5" (~3 €) falls keiner dabei.
  5. 34-poliges Flachkabel 1:1 verbinden, Pin 1 = rote Ader — verdreht bootet er nicht (zerstört aber nichts).
  6. 4-poligen Berg-Stromstecker +5V + GND. 12V braucht der Gotek nicht.

Amiga 600 / 1200

Das interne Kabel ist ein 34-poliges Mini-Flachkabel. Zwei Optionen:

  • Adapter-Kabel kaufen (10-15 € bei Amiga-Shops, Amibay) — 3,5" Gotek auf A1200-Stecker.
  • Kabel selbst crimpen mit IDC-Steckern.

Bei ausgebauten A1200 (Turbokarte, RAM) kann das Netzteil knapp werden — bei READ-Fehlern: NT tauschen.

USB-Stick vorbereiten

  1. FAT32 formatieren (Cluster 4-8 KB). Max-Grösse: 32 GB (Windows-Format-Tool-Limit).
  2. FF.CFG ins Root. Amiga-spezifisch wichtig:
    interface = shugart
    display-type = auto
    rotary = full
    autoselect-folder-secs = 2
  3. ADF-Dateien direkt in Unterordner, z.B.:
    /Games/Turrican2.adf
    /Games/Lemmings.adf
    /Workbench/WB31.adf
    /Demos/...
  4. Autoboot: DSKA0000.ADF oder AUTOBOOT.ADF im Root → automatisches Einlegen beim Einschalten.
  5. Keine HFE-Konvertierung nötig! FlashFloppy liest ADF nativ.

Bedienung im Alltag

Ohne Display (zwei Taster):

  • Linker Taster: nächste Datei
  • Rechter Taster: vorige Datei
  • Beide 1 Sek: bestätigen
  • Dauerdruck: zurück ins Root

Mit Rotary-Encoder + OLED:

  • Drehen: durch Dateien scrollen
  • Drücken: bestätigen / Ordner öffnen
  • Langdruck: zurück

Troubleshooting

  • Amiga bootet nicht: Kabel 180° verdreht? Pin 1 prüfen. Jumper S0 für DF0?
  • ADF wird nicht erkannt: ADF muss exakt 901.120 Bytes sein (880 KB DD).
  • Kopiergeschützte Spiele (Turrican, Lotus, Lemmings): reine ADF deckt ~80%, für den Rest IPF + capsimg.dll aus softpres.org ins USB-Root.
  • Drive ready blinkt unregelmässig: Flachkabel zu lang oder zu schlecht. 50 cm ist Grenze.
  • Kickstart 1.3 mit Seek-Problemen: in FF.CFG step-delay = 6000 setzen.

Alternative: HxC SD-Card Emulator

Feature Gotek+FlashFloppy HxC SD
Preis25-40 €80-120 €
EinrichtungFlash nötigPlug & Play
DisplayOLED nachrüstenLCD inklusive
FormateADF + 20 andereHFE-primär

Gotek = der günstige Weg, HxC = der sorgenfreie. Für ~75 % der Amiga-Nutzer ist der Gotek die richtige Wahl.

Quellen & weiterführend

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